Die Wespenspinne breitet sich aus

Argiope bruennichi (SCOPOLI, 1772)

Auch Zebra- oder Tigerspinne genannt

Wespenspinne, weiblich

Am 3.8.2002 entdeckte ich zum erstenmal eine Wespenspinne in Lübeck. Aber sie scheint, wie sich nachträglich bestätigte, schon länger in dieser Region heimisch zu sein, da sie schon sehr weit verbreitet ist. Allerdings unterliegt das regionale Auftreten dieser Spinnenart starken Schwankungen.

Ursprünglich kommen Wespenspinnen aus südlicheren Regionen. Vor ca. fünfzig war diese Spinnenart in Mitteleuropa noch recht selten. [BELLMANN, 1] Seit den 30er Jahren breitet diese, aus Südeuropa stammende Art, sich immer mehr nach Norden aus. [3] Kürzlich bekam ich eine E-Mail eines Lesers meiner Homepage, der mir berichtete, dass er Wespenspinnen in seinem Wohnort Helmond (bei Eindhoven, NL) endeckt hatte. [WIND, 2]

Den Angaben in Bellmanns Spinnenatlas nach werden weibliche Wespenspinnen bis zu 17 mm lang, in Südeuropa aber bis zu 20 mm. Ich hatte bislang nicht die Möglichkeit, ein Exemplar zu vermessen, aber nach Augenmaß und anschließendem Vergleich an einem Lineal, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige Exemplare durchaus in den Bereich 20 mm kommen. Allerdings fand ich Anfang November ein letztes Weibchen, das nur 10 mm maß. Im Sommer 2003 will ich deshalb in einem berührungslosen Verfahren die Größen der Wespenspinnen in größerer Zahl erfassen. Ich bin gespannt, was dabei heraus kommt.

Auf dem Foto auf dieser Seite (mit einer Sony Cyber-shot 2.1 Megapixel Digitalkamera fotografiert) ist wunderbar die für die Wespenspinne charakteristische Zickzack-Spur zu erkennen, die die Wissenschaftler "Stabiliment" nennen, da man führer der Ansicht war, dieses Band diene der Netzstablität. Neuere Deutungen gehen dahin, dies sei ein Tarnungselement, damit Fressfeinde die Spinne nicht so leicht im Netz entdecken. [BELLMANN, 1] Augenscheinlich ist, dass dieses Stabiliment nicht in jedem Netz vorhanden ist. Oft sieht man es nur unterhalb des Netzzentrums, aber es kommt auch oberhalb und unten vor oder fehlt ganz. Gelegentlich werden bei Jungspinnen auch anormal kreisförmige Stabilimente gesehen. [DIENER, 3]

Nachfolgend meine Beiträge zur Wespenspinne (Argiope bruennichi)